Butzow
Auf der Straße von Anklam nach Spantekow durchquert man nach nur drei Kilometern Wegstrecke den Ort Butzow. Erstmals urkundlich erwähnt wird das Gemeinwesen 1365 mit dem Namen Budessow.[1] Laut Heinrich Berghaus waren die Güter Butzow und Lüskow samt Blesewitz „alte Lehne der ausgestorbenen Familie von Lüskow“. „Im Jahre 1556 verkaufte Carsten Lussow, zur Lutzkow (Lüskow) erbgesessen, an Baltzer v. Wolde, Doctor der Rechte, zu Müggenburg erbgesessen, 2 wüste Hufen samt einer Hofstelle und alle dazugehörigen Gerechtigkeiten zu Kagendorf.“ Am Ende des 17. Jahrhunderts lagen Butzow und Lüskow in den Händen von Jakob und Hans Adam von Lüskow. Zu deren Besitznachfolgern gehörten:
- Jakob Friedrich, Georg Christoph und Baltzer Erdmann von Lüskow sowie Christoph Detlow und Paul Heinrich von Lüskow (zur gesamten Hand ab 1700, Söhne der Vorgenannten), der Hauptmann Jacob Albrecht von Lüskow (erbte 1741 Lüskow und erstand 1744 das in Konkurs geratene Gut Butzow),
- die vier Töchter des verstorbenen Hauptmanns (bis 1773, als „Vormünderin“ der anfangs noch unmündigen Kinder fungierte deren Mutter, die Witwe von Lüskow geb. von Wrede, beide Güter mussten Anfang der 1770er Jahre ebenfalls Konkurs anmelden),
- der Oberst Jarislaw Ulrich Friedrich von Schwerin und der Hauptmann Kurt Friedrich Christian von Schwerin (von 1773 bis 1782, Gebrüder, auf Auerose gesessen),
- der Hauptmann Kurt Friedrich Christian von Schwerin (von 1782 bis wenigstens 1799, war mit Billigung seines Bruders Besitzer beider Güter geworden),
- ein Herr Krüger (von 1843 bis 1855, verfügte nur über Butzow),
- ein Angehöriger der Familie von Zanthier (von 1855 bis wenigstens 1865, Besitz wie vorgenannt),[2]
- und Graf von Schwerin auf Stolpe auf Usedom (wird 1911 genannt).[3]
Zwischen den beiden Weltkriegen wurde Butzow aufgesiedelt. Wer den eher kleinen Resthof mit Herrenhaus und Park zu der Zeit in Besitz hatte, bleibt hier leider offen.
1911 verfügte das 314 Hektar umfassende Rittergut Butzow über folgende Nutzfächen: 258 Hektar Acker und Gärten, 48 Hektar Wiesen und vier Hektar Weiden. Außerdem gebot der landwirtschaftliche Großbetrieb über nachstehenden Viehbesatz: 41 Pferde, 150 Stück Rindvieh, 12 Schafe und 190 Schweine.[4]
Das Butzower Herrenhaus besteht aus dem Haupttrakt und dem an die westliche Schmalseite angefügten Quertrakt. Der Bau als Ganzes verfügt über ein Sockelmauerwerk aus gespaltenen Feldsteinen und ist mit flachen Satteldächern ausgestattet (Risalite und restlicher Baukörper). Der elfachsige, anderthalbgeschossige Haupttrakt wird an seiner Südseite durch einen fünfachsigen, dreigeschossigen Mittelteil dominiert, welcher wiederum drei vorgelagerte Achsen aufweist. Dort anschließend befindet sich ein runder, bodenständiger Erker, welcher wohl auch über ein begehbares Dach verfügt. Auf der gegenüberliegenden Hof- bzw. Nordseite befindet sich ein zentraler turmartiger Vorbau von zweieinhalb Geschossen. Der dreiachsige, zweigeschossige, unterkellerte Quertrakt erinnert in Bezug auf Erscheinung und Bauvolumen an den Mittelteil des Haupttraktes.
Das heute (März 2014) leerstehende Haus, dessen Eigner wahrscheinlich die Gemeinde ist, weist bereits mehrere Putzabbrüche auf.
Der südlich des alten Herrensitzes gelegene Park ist etwa 2,5 Hektar groß. In der zum Teil verwilderten Anlage fallen ein ca. 50 Meter langer Teich, dessen östlich gelegener Abfluss verrohrt ist, und zwei alte Torpfeiler ins Auge.
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[1] Berghaus, Heinrich: Landbuch des Herzogthumms Pommern, II. Th., Bd. I, enthaltend: die Kreise Demmin, Anklam, Usedom-Wollin und Ueckermünde, Anklam und Berlin 1865, S. 296
[2] Ebd., S. 296f.
[3] Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, Bd. 3, Reihe 1: Pommern, Leipzig 1911
[4] Ebd.
- Butzow, Herrenhaus, Garten- bzw. Südseite, März 2014; Foto: D. Schnell
- Butzow, Herrenhaus, Hof- bzw. Nordseite, März 2014; Foto: D. Schnell
- Butzow, alte Torpfeiler vor dem Park von Süden, März 2014; Foto: D. Schnell
