Butow (Bytowo)
Der Ort Butow (Bytowo) im Kreis Saatzig liegt acht Kilometer östlich von Jakobshagen. Im Jahre 1828 gehörte das Rittergut dem Rittmeister von Derenthal. Dessen Besitznachfolger waren:
- ein Herr Eichholz (von 1841 bis 1846),
- der Oberst von Wilsen (von 1846 bis 1847),
- der Schlossprediger Stubenrauch aus Schwedt (von 1847 bis 1855),
- Hermann von dem Knesebeck (wenigstens von 1855 bis 1868, Kaufsumme 130.000 Taler, seit 1816 dazugehörig das Vorwerk Karlsruh, das in jenem Jahr von der Neumark zu Pommern gewechselt war),[1]
- der General der Kavallerie à la Suite des Kürassier-Regiments „Königin“ Hermann Freiherr von Vietinghoff (wird 1911 genannt)[2]
- und Georg Blume (wird 1939 erwähnt).
1939 verfügte das insgesamt 734 Hektar umfassende Gut (mit dem Vorwerk Karlsruh) über folgende Nutzflächen: 487 Hektar Acker und Gärten, 74 Hektar Grünland, 146 Hektar Holzungen und 17 Hektar Gewässer. Außerdem standen in den Stallungen des landwirtschaftlichen Großbetriebes 70 Pferde, 220 Stück Rindvieh, 200 Schafe und 100 Schweine.[3]
Wie in den anderen hinterpommerschen Kommunen mussten auch in Butow die Einwohner, soweit sie nicht schon vor dem Einmarsch der Roten Armee Anfang 1945 geflohen waren, später unter polnischer Verwaltung Haus und Hof verlassen.
Dem äußeren Anschein nach wurde das Herrenhaus, das im April 2000 noch eine dachlose Ruine war, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet.
Der achtachsige, zweigeschossige Bau verfügt über zwei schlanke, mit Dreiecksgiebeln bekrönte Risalite auf der Ostseite und einen breiten Eckrisalit auf der Westseite. Zum Mittleren dieser Risalite, welchem ein kleiner Portikus vorgelagert ist, führt eine Auffahrt. Auf der Garten- bzw. Seeseite befindet sich ein polygonaler teileingezogener Turm von drei Geschossen. Das Obergeschoss des Hauses ist leicht eingezogen und durch ein Konsolsims vom Erdgeschoss abgegrenzt. Während das Souterrain geprägt ist von gespaltenen Feldsteinen, sind die Risalite gestaltet durch Plattenrustika und die Fenster besitzen schmuckvolle Architekturrahmungen, teilweise mit Dreiecksgiebeln als Fensterverdachung. Das Dach verfügte über Gaubenbesatz.
Der heute (2016) teilsanierte Adelssitz scheint seit einigen Jahren in privaten Händen zu liegen.
Auf dem Wirtschaftshof des ehemaligen Gutes hat sich ein großes Ökonomiegebäude aus der Zeit des Gutes erhalten, das mit mehreren jüngeren Wirtschaftsbauten von einem Nachfolgebetrieb des untergegangenen polnischen Staatsgutes (PGR) genutzt wird.
Der um das Haus gelegene Park (ca. vier Hektar) mit seinem vornehmlich einheimischen Baumbestand grenzt ostseitig an den Großen Butower See. Leider weist die langgezogene Anlage schon seit Jahren einen weniger guten Pflegezustand auf.
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[1] Berghaus, Heinrich: Landbuch des Perzogthums Pommern, II. Th., Bd. IV, enthaltend den Saziger Kreis, insonderheit die Stadt Stargard, Anklam und Stargard an der Ihna 1868, S. 555
[2] Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, Bd. 3, Reihe 1: Pommern, Leipzig 1911
[3] Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, Bd. 9, Reihe 1: Pommern, Leipzig 1939
- Butow (Bytowo), Ruine des Herrenhauses von Südwesten, April 2000; Foto: D. Schnell
- Butow (Bytowo), Ruine des Herrenhauses, Detail der westlichen Längsseite, April 2000; Foto: D. Schnell
- Butow (Bytowo), Ruine des Herrenhauses, April 2000; Foto: D. Schnell
- Butow (Bytowo), Herrenhaus von Südwesten, November 2016; Foto: D. Schnell
- Butow (Butowo), Stallgebäude von Südwesten, November 2016; Foto: D. Schnell
