Buggow

An der von Anklam nach Wolgast führenden Landstraße nimmt der Ort Buggow eine Mittellage ein. 1514 gehörte das Gemeinwesen „zu den väterlichen Erblehen des Claus Horn zu Schlatkow“.[1] Dessen Besitznachfolger waren unter anderem:

  • die Familie von Lepel (etwa seit 1521, nach 1549 „ist Buggow mit Rubkow lange Zeit in einer Hand vereint gewesen“),
  • ein Herr Nürnberg (von 1832 bis 1842),
  • ein Herr Dippelt (von 1842 bis 1843),
  • ein Herr Meyen (von 1843 bis 1857),
  • Robert Mehl (wenigstens von 1857 bis 1867),[2]
  • die Frau General-Leutnant Ewa Maria von Hennings (erscheint 1911 in den Quellen, Verwalter war zu der Zeit der General-Leutnant z. D. W. von Hennings)
  • und der Rittmeister a. D. Hasso von Hennings (tritt 1939 in Erscheinung).[3]

1911 verfügte das insgesamt 566 Hektar umfassende Rittergut über folgende Nutzflächen: 350 Hektar Acker und Gärten, 76 Hektar Wiesen und Weiden, 129 Hektar Holzungen sowie sechs Hektar Gewässer. Darüber hinaus gebot der landwirtschaftliche Großbetrieb über nachstehenden Viehbesatz: 40 Pferde, 15 Stück Rindvieh und 150 Schweine.[4]

Das Buggower Herrenhaus wurde vermutlich im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts errichtet sowie später architektonisch aufgewertet und erweitert. Der neunachsige Bau, bedeckt von einem Krüppelwalmdach, verfügt an seiner Hofseite über ein sehr breitgestrecktes Zwerchhaus mit vorgelagertem Frontispiz. Der Zugang wird dominiert von einem repräsentativen Altan, getragen von vier schlichten Säulen, der wiederum einen Fortsatz im Obergeschoss findet und dort mit Knäufen geschmückt ist. An der südlichen Schmalseite des Hauses befindet sich ein kleiner Anbau.

Während der DDR-Zeit erhielt das zu Wohnzwecken genutzte Haus eine glatte Putzfassade, die jeden Wanddekor wie Fensterverdachungen und Lisenen vermissen lässt. Zudem sind fast alle Fensterachsen nach 1990 verändert worden. Das wenigstens bis 1999 teilbewohnte Haus stand Anfang Herbst 2012 leer. Allerdings wies es im Gegensatz zur frühen Nachwendezeit einen wesentlich besseren Erhaltungszustand auf, der vermuten ließ, dass der alte Adelssitz nun in privaten Händen liegt.

2012 war das Areal (mit kleinem Park und Wirtschaftsgebäude) von einem Zaun umgeben, an dessen Pforte der eingezäunte Besitz mittels Anschlagtafel zum Kauf angeboten wurde. Dem kam jedoch ein Brandstifter zuvor, der das Herrenhaus und seinen Anbau etwa ein Jahr später in Flammen aufgehen ließ.

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[1] Berghaus, Heinrich: Landbuch von Neu-Vorpommern und der Insel Rügen, IV. Th., Bd. II, Anklam und Stralsund 1868, S. 1083

[2] Ebd., S. 1083

[3] Niekammer’s Landwirtschaftliches Güter-Adreßbücher, Bd. 3, Reihe 1: Pommern, Leipzig 1911 u. 1939

[4] Niekammer’s Landwirtschaftliches Güter-Adreßbücher, Bd. 3, Reihe 1: Pommern, Leipzig 1911

  1. Buggow, Herrenhaus, Hof- bzw. Ostseite, März 1999; Foto: D. Schnell
  2. Buggow, Herrenhaus, Hof- bzw. Ostseite, September 2012; Foto: D. Schnell