Batzlaff (Baczysław)

Batzlaff (Baczysław), ehemals zum Kreis Cammin gehörend, nimmt an der kurvenreichen Verbindungsstraße Gülzow–Bahnknoten Wietstock eine Mittellage ein.

Im Jahre 1425 werden die Herren von Muckerwitz als auf Batzlaff gesessen genannt und 1504 sind es die von Flemming, die dort als Lehnsinhaber mit einem Ackerhof Erwähnung finden. Außerdem gab es im Ort um 1550 noch zehn Bauern, fünf Kossäten, einen Krug und eine Mühle. 1628 verzeichnete Batzlaff zwei Besitzanteile von je zehn Hufen. Knapp ein Jahrhundert später waren die von den Bauern (zehn) und Kossäten (vier) zu bewirtschaftenden Ackerflächen auf eine halbe beziehungsweise eine Viertel Hufe geschrumpft. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts setzte sich Batzlaff aus den Anteilen A, B und C zusammen. Der Anteil A gehörte 1772 einem Herrn von Grell und die Anteile B und C lagen zu der Zeit im Kompetenzbereich der Orte Holzhagen und Rönz. 1828 unterstand das über keine Pertinenzien verfügende Gut dem Landwirt Wietersheim. Dieser veräußerte dasselbe 1862 an einen Herrn Buchholz,[1] dessen Familie dort sowohl 1911 als auch 1939 besitzrechtlich in Erscheinung trat.[2] 1870 verfügte der landwirtschaftliche Großbetrieb über ein Areal von 230 Hektar, womit er die dörfliche Feldflur um 112 Hektar unterbot.[3]

Nach der Besetzung Batzlaffs durch die Rote Armee im Frühjahr 1945 fiel der Ort später unter polnische Verwaltung. Aufgrund der Vereinnahmung aller Häuser und Höfe durch polnische Familien mussten die noch daheim gebliebenen Batzlaffer westlich der Oder fliehen.

Das nicht sehr große, aber stattliche Herrenhaus wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet. Der wohlproportionierte Putzbau (8 × 3 Achsen, eineinhalbgeschossig, hohes Souterrain) besitzt an jeder seiner beiden Längsseiten einen breitgelagerten Mittelrisalit (pro Exemplar: vier Achsen, zweigeschossig, dreiecksübergiebelt, im Giebelfeld Rundfenster). Der hof- beziehungsweise ostseitige Risalitvertreter verfügt über eine Veranda mit Freitreppe und sein Gegenüber schmückt sich mit einem säulengestützten Altan, dem ebenfalls eine Freitreppe vorgelagert ist.

Welche Funktion das Haus unmittelbar nach 1945 innehatte, bleibt ungeklärt. Später fungierte der ehemalige Herrensitz als Schule, die etwa bis Ende der 1990er-Jahre Bestand hatte. Heute (Frühjahr 2007) steht das desolate Haus leer und trotzt mit seinen verbretterten Fenstern Wind und Wetter.

Von den ehemaligen Ökonomiegebäuden des Gutes ist nichts mehr auf uns überkommen. Dafür hat sich die kleine Parkanlage mit ihren nun versteppten Rasenflächen vor den Freitreppen erhalten.

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[1] Bronisch, Gerhard; Ohle, Walter (Bearb.): Die Kunst- und Kulturdenkmäler der Provinz Pommern. Kreis Kammin Land, hrsg. v. Provinzialverband v. Pom. i. Auftr. d. Provinzialkonservators, Stettin 1939, S. 101f.

[2] Niekammer’s Landwirtschaftliches Güter-Adreßbücher, Bd. 3, Reihe 1: Pommern, Leipzig 1911 u. 1939

[3] Bronisch, Gerhard; Ohle, Walter (Bearb.): Die Kunst- und Kulturdenkmäler der Provinz Pommern. Kreis Kammin Land, hrsg. v. Provinzialverband v. Pom. i. Auftr. d. Provinzialkonservators, Stettin 1939, S. 102

  1. Batzlaff (Baczysław), Herrenhaus, Nordostseite, März 2007; Foto: D. Schnell
  2. Batzlaff (Baczysław), Herrenhaus Südwestseite, März 2007; Foto: D. Schnell