Deutsch Buckow, seit 1937 Bukau (Bukówka)

Deutsch Buckow, 1937 in Bukau umbenannt (nach 1945 Bukówka), liegt sieben Kilometer nordöstlich von Stolp. Um das Gemeinwesen von dem bei Garde gelegenen Wendisch Buckow zu unterscheiden, erhielt es als nicht wendische Siedlung um 1700 den Namenszusatz „Deutsch“. Im Jahre 1491 kam Deutsch Buckow zusammen mit Granzin und Jeseritz durch Tausch in Puttkamer'sche Hand, in der die drei Orte bis 1801 verblieben. Laut Hufenklassifikation von 1717 werden für Deutsch Buckow genannt: „Besitzer: Jürgen von Puttkamer, Bauern à ⅓ Lh.: Hanß Heise. Cossäthen: 1. Peter Heise, 2. Christian Heise.“ Um 1784 gehörten zum Ort ein großes und ein kleines Vorwerk sowie zwei Bauern, zwei Kossäten und acht Feuerstellen mit etwa 50 Einwohnern.

Nachdem Karl Gustav der Jüngere von Puttkamer im Jahre 1801 Konkurs anmelden musste, gelangte der Ort zusammen mit Jeseritz wiederkäuflich auf 90 Jahre an den Kriminalrat August Wilhelm Schulte. Von diesem fielen beide Anwesen 1846 an Maximilian August Schulte (Sohn des Vorgenannten, unter ihm 1852 Allodifizierung der Güter). Zu den Besitznachfolgern Maximilians gehörten:

  • der Freiherr Georg Ludwig Wilhelm von Puttkamer (von 1858 bis 1878, besaß zudem Grumbkow, Niemietzke und Bresinke),
  • Ernst Kutscher (von 1878 bis 1894) und Siegfried von Boehn (von 1894 bis 1945). Dieser „war als überzeugter Monarchist für die deutsch-konservative Partei tätig, von 1907 bis 1918 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses und von 1912 bis 1918 Mitglied des Reichstages“. Siegfried von Boehn konnte nach dem Einmarsch der Roten Armee am 8. März 1945 sein Gut noch einige Monate weiterführen. Der russische Kommandant schenkte ihm zum 80. Geburtstag sogar einen Präsentkorb, in dem sich mehrere Gartenfrüchte und ein Huhn befanden. Der so beschenkte Alteigentümer starb am 15. Dezember 1945. Er wurde „auf dem Friedhof seines Gutes begraben “.[1]

1938 verfügte der Boehn'sche Agrarbetrieb über einen Flächenumfang von 581 Hektar, davon waren 473 Hektar Acker, 23 Hektar Grünland und 80 Hektar Holzungen. Außerdem belief sich der gutseigene Viehbestand auf 40 Pferde, 80 Kühe, 120 Schafe und 60 Schweine.

Das Herrenhaus besteht aus drei auf einer Linie liegenden, zweigeschossigen, verputzten Trakten. Der etwas höhere, siebenachsige Mitteltrakt verfügt über Rundbogenfenster, einen parkseitigen Balkon und einem hofseitigen massiven, verandaartigen Anbau mit Dachgarten und vorgelagertem Altan, getragen von zwei Säulen. An das Hauptgebäude schließt sich zur rechten Hand (vom Hof aus gesehen) der sechsachsige Südwestflügel an, dessen hofseitiger Turmstumpf einst als dreigeschossiges, zweiachsiges Massiv dominierend auf den Rest des Hauses wirkte. An der entgegengesetzten Schmalseite des Mitteltraktes hat der Nordostflügel seinen Platz. Der heutige zwölfachsige Flügel wurde während der PGR-Zeit anstelle eines abgängigen Vorgängergebäudes (elf Achsen, eingeschossig, Walmdach) errichtet. Während der gesamte Gebäudekomplex gegenwärtig mit Flachdächern ausgestattet ist und in seiner Gestaltung bis auf ein paar wenige achsenbetonende Farbstreifen schmucklos ist, verfügte er bis um die Mitte des 20. Jahrhunderts Krüppelwalmdächer, gliederndes Fassadendekor und der Turm sogar über Zinnen und Ecktürmchen.

Es ist anzunehmen, dass die einzelnen Trakte zu unterschiedlichen Zeiten des 19. Jahrhunderts aufgeführt wurden. 1911 erfuhr der Gebäudekomplex durch Siegfried von Boehn eine grundlegende Umgestaltung und Modernisierung. Darüber hinaus ließ der damalige Gutsherr für seine Landarbeiter ein Gemeinschaftshaus errichten, an dessen Giebelwand folgender Wahlspruch angebracht war: „Willst du glücklich sein, so sorge für deinen Nächsten, bereite anderen eine Freude.“[2]
An Kriegs- und Vertreibungsverlusten werden genannt: acht Gefallene, ein Ziviltoter und 13 Vermisste. „Im Oktober 1945 nahmen die Polen das Dorf in Besitz und richteten eine Verwaltung ein. An den wirren Zuständen änderte sich jedoch wenig.“[3] Später verließen die letzten deutschen Einwohner ihren Heimatort Bukau.
Der Park ist etwa zwei Hektar groß. Die leidlich gepflegte Anlage kann mit einem großflächigen Rasenparterre und zwei fast separaten Gehölzstandorten aufwarten. Im Frühjahr 2007 wurden die noch relativ gut erhaltenen Ökonomiegebäude von einem Nachfolgebetrieb des untergegangenen polnischen Staatsgutes genutzt. In die Nutzung mit einbezogen waren auch einige Räume des ansonsten leerstehenden Herrenhauses.

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[1] Pagel, Karl-Heinz: Der Landkreis Stolp in Pommern, Zeugnisse seiner deutschen Vergangenheit, hrsg. i. Auftr. d. Heimatkr. Stadt Stolp und Landkreis Stolp e. V., Lübeck 1989, S. 421f.

[2] Ebd., S. 421

[3] Ebd., S. 422f.

  1. Deutsch Buckow, seit 1937 Bukau (Bukówka), Herrenhaus, Park- bzw.Südostseite, März 2007; Foto: D. Schnell